Krimis aus Schweden

(Autor: Mareike Born)

Dahl, Arne

Dahl, Arne ist das Pseudonym des Autors Jan Arnald (* 11. Januar 1963).Arnald ist Literaturwissenschaftler und arbeitet für die Schwedische Akademie, die alljährlich den Nobelpreis vergibt. Er hat drei Bücher unter eigenem Namen herausgegeben. Außerdem gibt er die Zeitschriften Artes und Aiolos heraus und arbeitet als Kritiker beim Göteborg Posten. Seinen Durchbruch hatte er unter seinem Pseudonym mit der Krimi-Reihe um die so genannte A-Gruppe, einer Sondereinheit der schwedischen Polizei.

(Autor: Mareike Born)

Edwardson, Åke

Edwardson, Åke (* 1953) lebt in Göteborg.  Edwardson arbeitete vor seiner eigentlichen Schriftsteller-Karriere über 20 Jahre als Journalist im Auftrag der UNO im Nahen und Mittleren Osten und auf Zypern und auch als freier Journalist in anderen Erdteilen, schrieb dabei über Sport, Reisen, Literatur und Außenpolitik. Er war Mitverfasser zweier grundlegender Lehrbücher zum Thema Journalistik. An der Universität Göteborg bildete er Journalisten aus. Seit Mitte der 1990er Jahre schreibt Edwardson Kriminalromane über den Kommissar Erik Winter, die im schwedischen Göteborg spielen.

(Autor: Mareike Born)

Guillou, Jan

Guillou, Jan (* 17. Januar 1944) wurde international vor allem durch seine Spionage-Thriller über den schwedischen Geheimagenten Graf Carl Hamilton alias Coq Rouge bekannt. Er ist seit 1966 als Journalist für Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen tätig. Seine schriftstellerische Karriere begann in den siebziger Jahren. Bisher hat er über 30 Bücher veröffentlicht (darunter Belletristik, Reportagen und kontroverse Bücher). Darüber hinaus hat er auch Theaterstücke und Fernsehspiele geschrieben. 1973 veröffentlichte er in der Wochenzeitschrift "Folket i Bild - Kulturfront" einen Artikel über illegale Machenschaften beim schwedischen Geheimdienst Informationsbyran, der mit Hilfe der schwedischen Sozialdemokraten eine umfangreiche Datensammlung über politisch aktive Personen und Organisationen angelegt hatte. Die Veröffentlichung, in der er die Zusammenarbeit des neutralen Schwedens mit den Amerikanern aufdeckte, brachten ihm und seinem Kollegen Peter Bratt eine Verurteilung wegen Spionage und eine Strafe ein, die er zehn Monate lang absitzen musste.1975 hatte einer seiner Artikel über die Aktivitäten der CIA zur Folge, dass zwei US-Diplomaten das Land verlassen mussten. Guillous Recherchen erregten weltweit Aufsehen.1981 erschien der autobiographisch gefärbte Internatsroman "Ondskan" (dt. Titel: Evil. Das Böse), in dem Guillou seine Erlebnisse im schwedischen Internat Solbacka verarbeitet. Der Roman erregte in Schweden großes Aufsehen und zählt heute zu den meist gelesenen Jugendromanen. Die klare und nüchterne Darstellung von Gewalt beziehungsweise die Reflexion darüber zwingt die Leser dazu, selbst Stellung zu beziehen. In seinen letzten Romanen hat sich Guillou von zeitgenössischen Themen der Welt des Mittelalters zugewandt. Seine Trilogie über die Kreuzritter spielt im 13. Jahrhundert. Im Jahr 2000 gründete Guillou u. a. mit Liza Marklund den "Piratförlaget" (Piratenverlag) als Protest gegen die Vertragsbedingungen der Autoren bei den schwedischen Großverlagen.

(Autor: Mareike Born)

Mankell, Henning

Mankell, Henning (* 3. 2. 1948 in Stockholm); schreibt Romane, Theaterstücke und Kinderbücher. Er begann 1966 als Regieassistent am Riks-Theater in Stockholm seine Theaterlaufbahn. Mit dem Ziel, die „Gesellschaft zu demaskieren“, schrieb und inszenierte er bereits als 20-jähriger selbständig Stücke in Collageform. Mit gleicher Intention begann er Anfang der 1970er Jahre auch Prosa zu verfassen. 1973 veröffentlichte er mit Bergsprängaren seinen ersten Roman. Bis heute nehmen politische und gesellschaftliche Themen in seinen Büchern viel Raum ein. Er lebt seit den 1980er-Jahren v. a. in Moçambique, wo er in Maputo als Leiter des »Teatro Avenida« eng mit dem Aufbau des dortigen nationalen Theaters verbunden ist; international bekannt wurde er in den 1990er-Jahren mit seinen sozialkritischen Kriminalromanen um den Kriminalkommissar Wallander.

Kurt Wallander ist die fiktive Hauptfigur der meisten Kriminalromane von Henning Mankell. Der grüblerische, introvertierte Kriminalkommissar aus der südschwedischen Kleinstadt Ystad wohnt in der Mariagatan. Die Figur durchläuft in allen Romanen, beginnend mit Mörder ohne Gesicht, eine kontinuierliche Entwicklung. Mankell verbindet auf diese Weise die Auflösung der Verbrechen eng mit der Biographie des Protagonisten und zeigt einen Mann, dessen Leben seit seiner Scheidung typische Anzeichen einer Midlife Crisis aufweist: Einsamkeit, das Erwachsenwerden seiner Tochter Linda Wallander, zeitweilige Alkoholsucht, später mit der Diagnose Diabetes konfrontiert, mit erheblichen Gewichtsproblemen und im permanenten Kampf mit der immer noch starken Libido trotz abnehmender äußerer Attraktivität. Wallander leidet oftmals angesichts der Schlechtigkeit der Welt und sieht in grausamen Verbrechen eine Begleiterscheinung der negativen Entwicklung in der westlichen Zivilisation. Damit fungiert die Figur in den Romanen als Sprachrohr des Autors und formuliert dessen Gesellschaftskritik. Sein hohes Identifikationspotential verdankt Wallander seinen moralischen Ansprüchen, seiner an Aufopferung grenzenden Selbstdisziplin und der trotz aller Aufklärungserfolge stets gegenwärtigen Idee des Scheiterns. Der Kommissar wird in den Romanen trotz eines entschlossenen, furchtlosen und mutigen Engagements nicht als klassischer Held, sondern als normaler Mensch dargestellt, dem seine persönlichen Probleme ebenso zu schaffen machen wie vielen anderen.

(Autor: Mareike Born)

Marklund, Liza

Marklund, Liza (Eva Elisabeth) (* 9. September 1962 in Palmark), ist eine schwedische Journalistin, Krimiautorin und Gründerin des Verlages Piratförlaget. Liza Marklund wuchs in Nordschweden auf und arbeitete 15 Jahre für verschiedene Zeitungen und Fernsehsender, zuletzt als Chefredakteurin einer Tageszeitung. Als ihr erster Roman Olympisches Feuer (1998) mit der Krimiheldin Annika Bengtzon von Buchhändlern abgelehnt wurde, vermarktete sie ihn über Tankstellen. Als Protest gegen Vertragsbedingungen in schwedischen Verlagen gründete sie im Jahr 2000 zusammen mit dem Autor Jan Guillou und Ann-Marie Skarp den Piratförlaget, in dem inzwischen mehr als 20 Schriftsteller erfolgreich verlegt werden. Als einer der auflagenstärksten Verlage Schwedens bietet er Autoren mehr künstlerische Mitspracherechte und Teilhabe an den Verkaufserlösen und hatte inzwischen auch Einfluss auf die Autorenvertrags- und Honorarsituation gegenüber den etablierten schwedischen Verlagen.

(Autor: Mareike Born)

Nesser, Hakan

Nesser, Hakan (* 21. Februar 1950 in Kumla) ist ein schwedischer Schriftsteller. Nesser studierte Soziologie, Englisch, Literaturgeschichte, Skandinavistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Uppsala. Später arbeitete er als Gymnasiallehrer und begann daneben mit dem Schreiben seiner Romane. Nessers literarisches Debüt war im Jahr 1988 der Roman Koreografen. 1993 erschien mit Det grovmaskiga nätet (Das grobmaschige Netz) der erste Band der „Van Veeteren“-Krimireihe. Von 1993 bis 2003 sind die zehn Bände der Krimiserie um Kommissar Van Veeteren erschienen. Im August 2004 wurde die Reihe mit Sein letzter Fall auch in Deutschland abgeschlossen. Als Schauplatz für die Romane der Van Veeteren-Reihe hat Nesser ein zwar europäisch anmutendes, aber doch fiktives Land mit der Hauptstadt Maardam konstruiert. Allerdings weisen die Orts- und Personennamen neben der Erwähnung von Grachten, Hausbooten und der Währung Gulden auf die Niederlande als Vorbild für dieses fiktive Land hin. Mit Mensch ohne Hund begann Nesser außerdem im April 2006 eine neue Krimi-Reihe, die jedoch nur vier Bände umfassen wird. Hauptfigur ist Kriminalinspektor Gunnar Barbarotti der in Kymlinge, einem fiktiven Ort im westlichen Schweden, ermittelt. Der zweite Barbarotti-Fall En helt annan historia erschien im April 2007 in Schweden.

(Autor: Mareike Born)

Sjöwall, Maj und Wahlöö, Per

Sjöwall, Maj (*Stockholm 25. 9. 1935)/Wahlöö, Per (*5.8.1926 in Lund, † ebenda 23. 6. 1975) schrieben zusammen zwischen 1965 und 1975 Kriminalromane den zehnteiligen Romanzyklus »Roman über ein Verbrechen«  nachhaltigen Erfolg errang, der unter Ausnutzung des Genres des Kriminalromans eine kritische Analyse der schwedischen Gesellschaft bietet. Beide sind bzw. waren bekennende Marxisten.

(Autor: Mareike Born)

Tursten, Helene

Tursten, Helene (*1954 in Göteborg) Eine rheumatische Erkrankung zwang Helene Tursten im Alter von 39 Jahren ihren Beruf als Zahnärztin aufzugeben. Seit 1993 schreibt Tursten Kriminalromane rund um die Figur der Inspektorin Irene Huss, die in Göteborg spielen. Die Protagonistin ist um die 40, Mutter zweier pubertierender Mädchen und ist glücklich verheiratet mit ihrem Mann Krister. Sie ermittelt beruflich in Mordfällen und versucht gleichzeitig ihr Familienleben optimal zu regeln.

(Autor: Mareike Born)

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