Karl XIV. Johann war der erste Bernadotte auf dem
schwedischen Thron. Der als Jean Bernadotte am 26. Januar 1763 in Pau,
Frankreich, geborene spätere schwedische König war ein erfolgreicher
französischer Revolutionsgeneral, der unter Napoleon zu Amt und Würden kam. So
war er kurzzeitig französischer Kriegsminister und Reichsmarschall von
Frankreich und wurde von Napoleon unter anderem zum Fürsten von Ponte Corvo
ernannt.
1798 heiratete er Desirée Clary, eine Schwägerin von Napoleons
ältestem Bruder und ihres Zeichens ehemalige Verlobte Napoleons selbst.
Schließlich wandte er sich aber gegen Napoleon und wurde zum Oberbefehlshaber
der alliierten Nordarmee gegen diesen.
Im Jahr 1810 wurde er vom
schwedischen König Karl XIII., der kinderlos blieb, als Hoffnung für die Zukunft
Schwedens adoptiert (der vorherige Adoptivsohn war gestorben) und so
schwedischer Thronfolger. Zuvor war er vom schwedischen Reichstag zum
Kronprinzen ernannt worden, nachdem man sich im Bauernstand kräftige
Schlägereien um die – wie man einsehen musste, vergeblich gestellte – Frage
geliefert hatte, ob man nun den Fürsten von Ponte Corvo oder den Marschall
Bernadotte zum schwedischen Kronprinz wählen sollte. Bernadotte nannte sich von
da an Karl Johann, nahm die schwedische Staatsbürgerschaft an und konvertierte
zum Protestantismus. Da ab 1814 eine norwegisch-schwedische Personalunion
bestand, wurde er somit auch norwegischer Thronfolger und als Karl III. Johann
nach dem Tode seines Adoptivvaters auch norwegischer König.
Das Verhältnis zu
Frankreich kühlte sich immer stärker ab und als Napoleon ohne Kriegserklärung
Schwedisch-Pommern besetzte, begann Karl Johann Napoleons Gegner zu
unterstützen.
Bei einem Treffen mit Russland und Preußen bekam er den
Oberbefehl über die sogenannte Nordarmee, eine von drei Armeen der Koalition,
die aus Schweden sowie etwa 95.000 Preußen und Russen bestand. Weil Karl Johann
die schwedischen Truppen jedoch noch für den Kampf gegen Dänemark brauchte,
schonte er diese etwa in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813, und errang in der
Folge den Sieg über Dänemark und bekam so im Januar 1814 durch den Kieler
Frieden von Dänemark das lange erstrebte Norwegen abgetreten. 1818 bestieg Karl
Johann sowohl den schwedischen als auch den norwegischen Thron.
Er ist
natürlich der Stammvater des bis heute regierenden schwedischen Königshauses
Bernadotte. Innenpolitisch zeigte er sich machtbewusst, regierte autokratisch
und verzichtete auf jegliche Reform. Als König Karl Johann 1844 in Stockholm
starb, fand man auf seinem Körper angeblich eine Tätowierung mit der Aufschrift
„Mort aux rois!“ (Tod den Königen) – ein Überbleibsel aus seiner revolutionären
Vergangenheit.
Nach Karl Johanns Tod am 8. März 1844 wurde er wie die
anderen Könige in der Stockholmer Riddarholmskirche beigesetzt.
Ein einziges
Mal, bei einem Reichstag in Örebro im Frühjahr 1812, hat Karl Johann versucht
eine Rede auf Schwedisch zu halten, die er in Lautschrift vor sich hatte. Der
Reaktion des Publikums konnte er wohl entnehmen, dass das Vorhaben nicht
sonderlich gelungen war, weshalb er es auch zukünftig unterließ, die schwedische
Sprache zu lernen.