Henning Mankell

Henning Mankell wurde 1948 in Stockholm geboren. Bis er 17 Jahre alt war, wohnte er mit seinem Vater in Härjedalen, dann zog er nach Stockholm und wurde Regieassistent am riksteater. Seit 1968 arbeitet er als Autor und Regisseur. 1972 erfüllte er sich den lang gehegten Traum nach Afrika zu reisen. Der afrikanische Kontinent fasziniert ihn bis heute.

In der Zeit von 1972 -1985 lebte  und arbeitete er  weiter in Schweden als Schriftsteller, Theaterregisseur und Intendant u.a. am Theater von Västerbotten in Skellefteå und für das Theater Kronborg in Växjö. 1985 nutzte er die Gelegenheit  in Maputo in  Mosambik eine Theatergruppe aufzubauen. Seit 1986 ist er Leiter der Theatergruppe des Teatro Avenida und lebt seitdem eine Hälfte des Jahres in seiner Wahlheimat Afrika und in der anderen Hälfte des Jahres in seiner zweiten Heimat Schweden. In der Zeit von 1990-1998 entstanden seine Wallanderromane. Im Jahr 2000 folgte der erste Roman mit einem neuen Kommissar, Stefan Lindmann, “Die Rückkehr des Tanzlehrers“ und 2002 erschien “Vor dem Frost“, in dem Wallanders Tochter Linda zur Hauptfigur wird, auch Stefan Lindmann taucht in diesem Roman wieder auf. Mankells Liebe zu Afrika und sein Leben dort inspirierten ihn zu verschiedenen Büchern, deren Thema das afrikanische Leben, die damit verbundenen Probleme und auch die Tradition ist. 2005 erschien “Der Chronist der Winde“ in dem er vom Leben der Straßenkinder erzählt.2000 beschrieb er in “Die rote Antilope“ die Geschichte eines afrikanischen Buschjungen, der von  einem schwedischen Forscher nach Schweden verschleppt wird. In “Kennedys Hirn“(2006) beschäftigte er sich kritisch mit dem Umgang mit Aidskranken in Afrika. In “Die flüsternden Seelen“(1998) beleuchtete er die magische Seite Afrikas. Henning Mankell ist zudem ein gefragter Jugend-und Kinderbuchautor und schreibt auch Theaterstücke, die zum Teil auch in Deutschland aufgeführt wurden. In Deutschland erscheinen unter anderem die Jugendbücher „Der Hund, der unterwegs zu einem Stern war“(Jugendbuchpreis 1993 in Deutschland) und “Der Junge der im Schnee schlief“(Astrid-Lindgren-Preis 1996). Sein Theaterstück „Butterfly Blues“ wurde 2003 in Graz gemeinsam mit Mitgliedern des Ensembles des Teatros Avenida aufgeführt. Es behandelt wie auch „Zeit im Dunkeln“ die Flüchtlingsproblematik und das Leben von illegalen Immigranten. Zu diesem Thema erschien auch 2003 der Roman “Tea Bag“.

Mankells Wallanderromane ,“Die Rückkehr des Tanzlehrers“ und der “Chronist der Winde“ wurden äußerst erfolgreich verfilmt. Zudem  schrieb und schreibt er weitere Wallanderepisoden fürs Fernsehen.

(Autor: Susanne Frense-Schneider)

„Die Dämmerung brach an. Er war müde, nickte dann und wann ein, als er dort saß  und über die Berge blickte. Aber er konnte nicht bleiben. Er musste fort von hier, sonst würden sie ihn finden. Er trat hinaus ins Freie und pisste. Langsam wurde es heller. Dieses schwache graue Dämmerlicht, das er aus Argentinien kannte. Wenn es nur nicht so kalt wäre. Er kehrte wieder ins Haus zurück.“

Zweifelsohne gehört der schwedische Schriftsteller zu den größten des 20. Jahrhunderts. Die meisten seiner Bücher wurden in sämtliche Sprachen übersetzt, mehrere verfilmt. Zu den bekanntesten Büchern gehört wohl die „Rückkehr des Tanzlehrers“. Zahlreiche Printmedien halten das Werk für eines seiner Wichtigsten. Zum einen ist es eine Reminiszenze an die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg, zum anderen ist es aber auch der Beweis dafür, dass bis heute nationalsozialistisches Denken europaweit verbreitet ist. Bekannt gemacht hat Mankell in Deutschland jedoch seine Kriminalroman-Reihe Kurt Wallander.

Geboren wurde der Schriftsteller und Theaterregisseur am 03. Februar des Jahres 1948 in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Bereits achtzehn Jahre später startete er seine Karriere als Theaterregisseur am Riks-Theater in Stockholm. Sein Ziel war es die Gesellschaft zu demaskieren. Es war eben genau dieses Ziel von dem er sich bei der Inszenierung seiner Werke leiten ließ. Schon im Alter von 20 Jahren schrieb er erste Stücke in der Collageform. Anfang der 70er Jahre begann er mit gleicher Intention auch Prosa zu verfassen. Im Jahr 1973 veröffentlichte er Bersprängaren. Es war sein erster Roman. In seinen Werken nehmen bis heute gesellschaftliche und politische Themen einen immens großen Raum ein. In den 80er Jahren begann er seine Wirkungsstätte immer mehr nach Mosambik zu verlegen. Dort beteiligte er sich aktiv an dem Aufbau eines Theaters. Die weltbekannte Figur des Kurt Wallander rief er in seinem Roman „Mörder ohne Gesicht“ ins Leben. Von diesem Tag an gab der knorrige Polizist einer kompletten Romanreihe ein Gesicht und führte es weltweit zu Ruhm. Diese Romane stehen in der Tradition der von den Autoren Maj Sjöwall und Per Wahlöö verfassten Bücher über den Kriminalkommissar Martin Beck. Einen Großteil seines Lebens verbrachte Mankell abwechselnd in Schweden und Maputo, einer Stadt in Mosambik. Dort engagierte er sich stark für den kulturellen Aufbau der Stadt und des Landes.

In seiner Arbeit als Autor hat er mehrere Romane veröffentlicht, die seine in Afrika gesammelten Erfahrungen verarbeiten. Mankells Stammbaum weist nach, dass dieser über deutsche Vorfahren verfügt. So ist er der Ururenkel von Johann Hermann Mankell, der in Niederasphe, einem Ortsteil von Münchhausen, geboren wurde und später nach Schweden auswanderte.

Mit den Jahren hat sich Henning Mankell ohne Zweifel zu einem der bedeutendsten Autoren der Welt entwickelt. Er ist das Synonym des Krimis und das Spiegelbild der Identifikation. Sein Erfolgsrezept scheint auf den ersten Blick so einfach, auf den zweiten jedoch für viele unerreichbar: Es ist die Identifikation. Mankells Romanhelden sind für seine Leser antastbar. In seinen Werken werden Probleme aufgegriffen die die Gesellschaft weltweit lenken und sind meist aktueller als es den Regierungen und Verlagen lieb ist. Sowohl politische als auch gesellschaftliche Probleme sind die Leitbilder seiner Bücher, die Hintergründe gehen in die Tiefen der Gesellschaft und nicht zuletzt in die Ursprünge der Menschheit zurück.

Mankell schreckt vor Themen wie Rassismus und Verleumdung nicht zurück, ganz im Gegenteil er greift sie auf und bringt sie zurück in die Gedanken seiner Leser. Schon lange muss er sich nicht um die Veröffentlichung seiner Romane bemühen. Verlage reissen sich um die Werke des Schweden, der mit den Erfolgen seiner Romane aktiv die Arbeit in Mosambik unterstützt. Mankell selbst gibt zu, dass ihn diese Arbeit nicht nur als Autor sondern auch als Mensch maßgeblich geprägt hat und so ist es keine Seltenheit, dass er die dort gemachten Erfahrungen in seinen Werken aufarbeitet und seine Anhängerschaft so daran teilhaben lässt.

Die Helden seiner Kriminalromane sind Menschen, die angreifbar sind, denen auch mal Fehler passieren und die so für die Leser glaubwürdig werden. Zu den sympathischsten Figuren gehört wohl Kurt Wallander. Ein Mensch dessen Charakter durch ein Stück weit Tollpatschigkeit geprägt ist und das ist es, was ihn sympathisch macht. Dem Schweden gelang es mit dieser Figur eine Leitfigur seiner Generation zu schaffen. Henning Mankell ist zu einem Phänomen einer neuen Generation und Zeit von Kriminalautoren geworden und trotz all seiner Erfolge hat er sich seine Sympathie, Ehrlichkeit und nicht zuletzt auch seine Einfachheit bewahrt. Im Jahr 1998 setzte er in Deutschland mit der Veröffentlichung seines Werkes „Die fünfte Frau“ ein Zeichen. Nach diesem folgten drei weitere.

Nachdem er sich Kurt Wallander abwandte, konzentrierte sich auf Afrika Romane und griff in ihnen das weltweite Problem Aids auf. Auch wenn diese wahrgenommen und mit Sicherheit respektvoll behandelt wurden, gehören sie nicht zu jenen Romanen, die mit dem Schweden in Verbindung gebracht werden. Der Mensch Mankell ist rastlos und verkündet in aller Welt, in internationalen Medien eine einfache Botschaft: „Dass alle Menschen gleich sind. Dass wir Solidarität sein müssen. Dass wir Afrika verstehen sollen, statt es zu verurteilen. Dass Afrika aus vielen Afrikas besteht.“ Mit diesen Worten wird klar, dass die Arbeit auf dem schwarzen Kontinent den Charakter des Henning Mankell wesentlich geprägt hat und ihn wohl auch zu dem Menschen gemacht hat, der er heute ist. Der Zeit berichtete er, dass er von einer Renaissance der Aufklärung und der Wiedergeburt der Vernunft träumt: „In diesem frühen 21. Jahrhundert, dieser Zeit der wahnsinnigen, wachsenden Kraft zwischen Arm und Reich, zwischen Vernunft und Gier, zwischen Solidarität und der kalten Schulter, kann ich nur auf einen Neubeginn hoffen. Die Verantwortung, die wir haben als die einzige Spezies, die ein Bewusstsein vom Tod besitzt und daher den Wert des Lebens versteht – die müssen wir zurückgewinnen. Die Zeit dafür wird immer knapper.“

In seinem Roman die Rückkehr des Tanzlehrers macht Mankell deutlich das der Nazismus nicht mit Hitler starb sondern von seinen Anhängern europaweit weitergelebt wird. Umso beängstigender scheint es dabei zu sein, dass sich Neonazis nicht mehr mit Springerstiefeln und einem provokativen Auftritt zeigen, sondern sich in  feines Tuch hüllt. Gleichzeitig macht Mankell aber auch unverkennbar deutlich, dass Schweden nicht das unschuldige Land im hohen Norden ist. Im gleichen Atemzug entfalten sich gemeinsam mit der Demontage des schwedischen Wohlfahrtsstaates ganz andere Kräfte. Der Roman zeigt ein anderes und zugleich aber auch beängstigendes Bild über ein Land dessen Natur eigentlich nicht zauberhafter und atemberaubender sein könnte.

(Autor: Nancy Fischer)

(Autor: Susanne Frense-Schneider)

Kurt Wallander

Seit dem er von dem Schriftsteller Henning Mankell ins Leben gerufen wurde, ist der Polizeiinspektor Kurt Wallander weltweit zu einem Kult geworden und ist nicht nur bei den Schweden beliebt. Hört man den Namen der schwedischen Ortschaft Ystad fällt meist im gleichen Atemzug Kurt Wallander.

Mankell, Henning

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