Gustav Adolf, der Enkel von Gustav Wasa und Schwedens
König von 1611 bis zu seinem Tod, war der Begründer der schwedischen Stellung
als Großmacht und gilt als der bedeutendste Regent Schwedens. In Kriegen gegen
Russland, Polen und Dänemark gewann er weite Gebiete. In Deutschland kennt man
ihn natürlich in erster Linie, weil er auf protestantischer Seite in den
Dreißigjährigen Krieg eingriff. Einer seiner drei Wahlsprüche war auf Deutsch
„Gott mit uns“ (die anderen waren auf Latein).
Gustav Adolf wurde am 9.
Dezember 1594 im alten Stockholmer Schloss geboren. Seine Mutter Kristina war
die Tochter des ersten Herzogs des deutschen Fürstenhauses von Holstein-Gottorp.
Durch dieses Fürstenhaus war Gustav Adolf auch mit einem Kreis von deutschen
Adelsgeschlechtern verwandt, aus denen Vorkämpfer des Protestantismus
hervorgingen. Sein Vater war König Karl IX.
Da er mit seiner Mutter nur
Deutsch redete, wuchs Gustav Adolf zweisprachig auf. Seine militärische
Ausbildung erhielt er vor allem durch die zahlreichen ausländischen Offiziere,
die nach dem Ende des Krieges zwischen Spanien und den Vereinigten Provinzen der
Niederlande am Hof seines Vaters eine neue Anstellung suchten.
Als Gustav
Adolf als 17-jähriger den Thron bestieg, erbte er drei Kriege: zum einen den
Eroberungskrieg gegen Russland, den sein Vater mit seinem Feldherrn Jacob De la
Gardie (der 1618 Ebba Brahe heiratete, die Gustav Adolf von seiner Mutter aus
nicht heiraten durfte), zum anderen die beiden Verteidigungskriege gegen
Dänemark und Polen.
Gegen Dänemark (Frieden von Knäred 1613), Russland
(Frieden von Stolbowo 1617) und gegen Polen (Waffenstillstand von Altmark 1629),
das unter Gustav Adolfs Cousin Sigismund Ansprüche auf die schwedische Krone
erhob, schlug er sich erfolgreich und es gelang ihm, den schwedischen
Herrschaftsbereich im Baltikum erheblich zu auszuweiten.
Der
Waffenstillstand von Altmark gab Gustav Adolf endlich die Möglichkeit, in den
Dreißigjährigen Krieg einzugreifen. Im Jahr zuvor hatte ihm der schwedische
Reichstag bereits freie Hand dafür gegeben, zum Schutz des Vaterlandes und des
Glaubens. Am 25. Juni 1630 setzte Gustav Adolf auf Rügen seinen Fuß auf
deutschen Boden, zwei Tage später landete seine gesamte Flotte in Peenemünde auf
Usedom.
Mit etwa 40.000 Mann gelang es ihm, die katholischen Kaiserlichen
unter der Führung Tillys von Norddeutschland bis über die Donau zurückzudrängen.
Nach der tödlichen Verwundung Tillys bei Donauwörth kam der zuvor abgesetzte
Wallenstein wieder erfolgreich zurück ins Kriegsspiel und konnte dem bis dato
unbesiegten Schwedenkönig Paroli bieten.
Aus der Schlacht im heute
sachsen-anhaltinischen Lützen am 6. November 1632 gingen die schwedischen
Truppen zwar als Sieger hervor, Gustav Adolf jedoch fiel durch einen Schuss aus
kurzer Distanz. Am 22. Juni 1634 wurde er in der Riddarholmskyrkan in Stockholm
beigesetzt.
In seiner Zeit als König und Feldherr machte er sich einen
Namen durch zahlreiche Reformen in Gesellschaft und Militär. So organisierte und
reformierte er Verwaltung, Steuer-, Rechts- und Schulwesen und brachte Gewerbe
und Handel zum Aufblühen. Seine Veränderungen auf dem Gebiet des Kriegswesens
(hin zu mehr Feuerkraft und Beweglichkeit) machten die schwedische Armee zur
schlagkräftigsten Europas. Außerdem baute er eine mächtige schwedische
Kriegsflotte auf.
An den Schwedenkönig erinnern heute zahlreiche
Denkmäler, Büsten und Plaketten, außerhalb Schwedens etwa in Stralsund,
Greifswald und Dorpat (Tartu).