Als Fußballnation hatten die Schweden dieses Jahr kein
Glück: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika sind sie nicht dabei.
Doch was macht das schon, wenn in Göteborg jedes Jahr eine ganz besondere
Fußball-WM stattfindet? Der Welt-Jugendpokal "Gothia Cup"!
Wenn die Deutschen
vermutlich noch ganz trunken sind vom "Fußballmärchen" dieses Sommers, feiern
die Schweden ihre Jugend und präsentieren sich als perfekte WM-Gastgeber. Vom
18. bis 24. Juli 2010 ist Göteborg wieder Treffpunkt für tausende Fussi-Fans aus
aller Welt. 1.600 Mannschaften aus 65 Nationen spielen um den Pokal, der dem
wichtigen Fifa-Cup übrigens ganz ähnlich sieht. 34.000 Jungs und Mädchen im
Alter zwischen 11 und 19 messen sich auf den 104 Fußballplätzen der Stadt. Das
große Finale steigt im ehrwürdigen "Ullevi-Stadion", doch bereits die
Eröffnungsfeier zieht - wie bei jeder guten Weltmeisterschaft - über 50.000
Zuschauer an.
Der Gothia-Cup begann als "verrückte Idee einiger
Göteborger Sportlehrer" im Jahr 1975. Befeuert vom Zeitgeist schrieb die Zeitung
"Arbetet" damals, der Gothia Cup sei "die Keimzelle echter Völkerverständigung".
Mit großem Erfolg wurde das Turnier fortgesetzt, 1980 nahmen bereits 390
Jugendteams teil, 1990 ganze 940. Bei abgespeckten Spielzeiten von zweimal 30
Minuten zeigt sich immer wieder, dass in der jungen Fußballwelt noch alles
möglich ist. Da gewinnt etwa eine unbekannte Schulmannschaft aus Bangladesh
gegen die Nachwuchs-Pelés aus Brasilien 6:1 ! Die späteren Fußballstars Ze
Roberto, Xabi Alonso und Andrea Pirlo haben vor ihrer Profi-Karriere schon am
Gothia-Cup teilgenommen. Die Veranstalter sind stolz, dass trotz der
Dimensionen, die das Event bereits angenommen hat, seine Grundidee lebendig
bleibt: Jugendliche aus aller Welt zusammenzubringen - für eine bessere
gemeinsame Zukunft.