Wer in Schweden leben möchte, sei es dauerhaft oder nur
für zwei Studiensemester, ist gut damit beraten, die Sprache zu beherrschen,
auch wenn die allermeisten Schweden sehr gutes Englisch oder sogar ein wenig
Deutsch sprechen.
Auch die Schweden selbst sind sehr daran interessiert,
dass Ausländer, die in Schweden leben wollen, schnell die Sprache lernen, denn
nur so kann die Integration schnell und relativ unproblematisch von Statten
gehen.
Dafür hat sich die schwedische Regierung SFI einfallen lassen. SFI
steht für “Svenskundervisning för invandrare”, also “Schwedischuntericht für
Einwanderer” und ist eine grundlegende Ausbildung für Erwachsene mit einer
anderen Muttersprache als Schwedisch. In dieser ganz eigenen Schulform soll nach
Lehrplan nicht nur die schwedische Sprache vermittelt werden, sondern auch die
Werte der schwedischen Gesellschaft vermittelt werden, wie z.B.
Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie allen ethnischen Gruppen und
Religionen und Freiheit und Integrität aller Individuen.
Ein Platz in
einer SFI Schule, der übrigens für den Teilnehmer kostenlos ist, da der
schwedische Steuerzahler für die Ausbildung aufkommt, wird allen Erwachsenen
zugesichert, die keine Vorkenntnisse in Schwedisch haben und in einer
schwedischen Kommune gemeldet sind. Erwachsen ist man bei dieser Regelung
übrigens ab dem 1. Juli des Jahres in dem man 16 Jahre alt wird.
Die
Kommune verpflichtet sich, innerhalb von drei Monaten einen Ausbildungsplatz bei
SFI zur Verfügung zu stellen und bürgt außerdem für die Qualität der
Schule.
Wer an einem Schwedischkurs bei SFI interessiert ist, sollte sich
möglichst schnell nach der Ankunft in Schweden bei der Ausbildungsverwaltung
melden oder die Erwachsenenbildung der Heimatkommune kontaktieren und zum
aktuellen Kurs anmelden.
Nach erfolgreicher Anmeldung absolviert man
einen Einstufungstest, nach welchem man in verschiedene Kurse eingestuft wird.
Diese sind meist danach geordnet, aus welchem Sprachraum die Teilnehmer kommen,
da es Deutschen vielleicht nicht so schwer fällt mit Schwedisch eine weitere
germanische Sprache zu lernen, als Menschen aus Zentralasien, die nicht nur
unter Umständen eine neue Schrift, sondern auch ein ganz anderes Grammatiksystem
kennenlernen müssen.
In Vormittags- oder Abendkursen, die mehrmals
wöchentlich stattfinden, durchläuft man einige Kurse. Nach jedem Kurs findet
eine schriftliche Prüfung statt, wobei man nach dem letzten Kurs den gleichen
Stand hat, wie schwedische Schüler, die die Schule nach zehn Jahren
beenden.