Schwedisches Design

"Jeder möchte gut gestaltete Dinge für das eigene Zuhause. Weil man sie tagtäglich sein ganzes Leben lang braucht, erwartet man von ihnen, dass sie so nützlich und schön, wie möglich sind. Zur Zeit gibt es niemanden, der besseren Hausrat entwirft als die Skandinavier“, schrieb bereits in den 50er Jahren Leslie Cheek Jr., der Leiter vom Kunstmuseum in Richmond, USA. Mit ihrer Konzentration auf preiswerten Modernismus fürs eigene Heim lehrten Skandinavier der Welt die Bedeutung guten Designs. Was sie mit diesem Design exportierten, war ein eigenständiger Lebensstil, geprägt von Ehrlichkeit und Vernunft, der damals wie heute Anerkennung und Beliebtheit in aller Welt erfährt.

Für Schweden ist gutes Design nicht allein auf Kleidung und Möbel beschränkt. Auch Unterhaltungstechnik und Gebrauchsgegenstände wie Küchengeräte sollen funktional und leicht handhabbar sein ohne dabei optische Attraktivität einzubüßen.

„Die Sozialdemokraten bauten das Volksheim, Ingvar Kamprad (Ikea) hat es eingerichtet“, sagt man in Schweden. Eine derartig expansive Übertragung politischer Konzepte auf die Einrichtungsphilosophie scheint in keinem europäischen Land in dem Maße stattgefunden zu haben, wie in Schweden. Die Politik beeinflusste lange Zeit wesentlich die Heimkultur, deklarierte den Anspruch auf schöne und nützliche Einrichtung als Quasi-Grundrecht jedes Bürgers und subventionierte die Anwendung gewisser Gestaltungstechniken. Eine einheitliche Stilllinie, die jeden anspricht und für jeden erschwinglich sein soll, muss nicht gleichzeitig mit einem Mangel an Vielfalt einhergehen, da individuelle Kombinierbarkeit und Ergänzung durch Persönliches stets möglich ist. Ein Betrachten von Ikea-Möbeln unterschiedlichster Stile, die dennoch dem demokratischen Gestaltungsansatz folgen, bestätigt dies. Auch weiterhin steht die zeitgenössische schwedische Design- und Produktkultur für Dauerhaftigkeit, Wirtschaftlichkeit, Ehrlichkeit und funktionale Klarheit zu erschwinglichen Preisen, erzielt durch volksnahe und sozial verantwortliche Produktlösungen. Das in der schwedischen Designszene seit langem geltende Motto „vackrare Vardagsvara“ wird zunehmend an Wert gewinnen, und zwar in dem Maße, in dem die Nachfrage an bedarfsgerechten Möbeln, Geräten und anderen Dingen steigt. Als leitender Designer bei Volvo und als einflussreicher Lehrer für Produktdesign schrieb Victor Papanek: „Die Nachhaltigkeit des Lebens auf diesem Planeten kann durch die Gestaltung und Benutzung der vom Menschen gemachten Dinge entweder gefördert oder behindert werden. Ein ethisches Design muss umweltfreundlich und ökologisch sein. Es muss dem Maß des Menschen und echter Menschlichkeit entsprechen. Es muss in sozialem Verantwortungsgefühl verwurzelt sein.“


Empfehlenswerte Literatur & Links:


Fjell, C., Fjell, P. (2005): Scandinavian Design. Berlin: Taschen Verlag
Polster, B. (1999): Design Lexikon Skandinavien. Köln: DuMont
Meyer, O., Polster, B. (2004): DuMont Handbuch Design International. Köln: DuMont


www.scandinaviandesign.com
www.sweden.se   
www.svenskform.se  
www.svid.se   
www.lammhults.se  
www.kallemo.se   
www.swedese.se  
www.kalmarkonstmuseum.nu 
www.hellefors.se/formenshus 
www.designmuseum.se  
www.sid.de   


(Autor: Franziska Endter)

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