Die beste Mutter: „Kannst du dich an den Krieg erinnern,
Mama? Kannst du dich erinnern, wie alles begann?“ Das fragt der nun 60-jährige
Eero seine alte Mutter und wir reisen zurück in die Vergangenheit, nach Finnland
zu Zeiten des 2. Weltkriegs. Als der Vater des kleinen Eero fällt, muss ich der
Junge zunächst alleine mit seiner Mutter durchschlagen. Dann wird er, wie viele
andere Kinder seiner Zeit, ins neutrale Schweden evakuiert, wo er auf einem
Bauernhof unter kommt. Während Bauer Hjalmar den Jungen herzlich aufnimmt, zeigt
sich seine Frau Signe abweisend und grob. Eero hat Angst vor Luftangriffen und
die anderen Kinder, die sein Schicksal nicht verstehen, lachen ihn aus. Am
liebsten möchte er heim zu seiner Mutter und auch Signe würde ihn gerne zurück
schicken. Doch das geht nicht. Als Eero erfährt, dass sich seine Mutter in einen
deutschen Soldaten verliebt hat und Signe in einem Brief bittet, Eero ganz bei
sich zu behalten, bricht eine Welt für ihn zusammen. Jetzt erst öffnet Signe ihr
Herz und der kleine Eero erfährt, welcher Schicksalsschlag sie so verhärmt
gemacht hat. Die beiden nähern sich an und Signe wird für Eero zu einer neuen
Mutter, die er sehr lieb gewinnt. Doch nun kommt die schlimme Nachricht, dass
alle Kriegskinder nach Finnland zurück müssen …
Der Film entstand nach
Heikki Hietamies Roman „Äidestä parhain“ und erzählt auf einfühlsame Weise das
Schicksal des kleinen finnischen Jungen Eero während des zweiten Weltkriegs.
Damals wurden 70.000 finnische Kinder nach Schweden, Norwegen und Dänemark
evakuiert. Eeros Schicksal steht stellvertretend für viele andere.
Dass
der Film mit Preisen nur so überhäuft wurde, wundert nicht. Man kann sich sofort
in den kleinen Eero, wunderbar gespielt von Topi Majaniemi, hinein versetzen und
seine Verletztheit und Unsicherheit verstehen. Eine besondere Rolle kommt
natürlich der Figur der Signe zu, die von niemandem hätte glaubwürdiger
verkörpert werden können als von Maria Lundqvist. Dass Michael Nyqvist
hervorragend spielt, war zu erwarten. Er schafft aber auch hier wieder einmal,
aus seiner Figur etwas besonderes zu machen, indem er Bauer Hjalmar einen ganz
eigenen, unsicher-liebenswürdigen Charme verleiht. Der Film verdient das
Prädikat: Besonders wertvoll.
Mit Topi Majaniemi, Marjaana Maijala, Maria
Lundqvist, Michael Nyqvist, Marie Göranzon.
2005, Regie: Klaus
Häro.