Am 23. Mai wurde in aller Welt Carl Linnaeus‘ 300. Geburtstag gefeiert. Der Arzt und Naturforscher wurde 1707 in Råshult in Småland als Sohn eines Pastors geboren (gest. am 10.1.1778 in Uppsala). Er interessierte sich früh für Pflanzen, studierte Medizin an den Universitäten von Lund und Uppsala, erlangte die Doktorwürde in den Niederlanden und veröffentlichte 1735 „Systema Naturae“, das System der Natur.
Mit diesem bahn brechenden Werk und seinen präzisen Pflanzenbeschreibungen schuf er die Grundlagen dafür, dass Biologen die Lebewesen auf Grund ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen in systematische Einheiten einordnen können (Taxonomie). Mit dem „System der Natur“ führte er die binäre Nomenklatur ein, mit der jede Tier- und Pflanzenart durch einen lateinischen Doppelnamen klassifiziert wird. Der erste Begriff der Doppelbezeichnung nennt die Gattung, der zweite die Art. Mit diesem System soll Linné 8000 verschiedene Pflanzen und bis zu 5000 Tierarten geordnet haben.
Dieses Erbe wird bis heute für Mensch (Homo sapiens), Tier – Haushund (Canis familiaris) wie Dino (Tyrannosaurus rex) – und Pflanze weltweit benutzt. Linné war schon zu Lebzeiten berühmt und zog nicht nur Studenten in seinen Bann. Er ermutigte zur Erforschung der Natur und forderte seine Studenten dazu auf, die Pflanzen- und Tierwelt in allen Erdteilen zu erkunden.
Linné gründete 1739 zusammen mit anderen Forschern die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften und bereicherte neben Medizin, Biologie und Geologie auch andere Wissenschaften. Selbst zur Völkerkunde trug er durch die Beschreibung schwedischer Sitten und Gebräuche bei. Sein außerordentliches Engagement wurde schon zu seinen Lebzeiten durch höchste Anerkennung gewürdigt. Der schwedische König ernannte den Wissenschaftler zum Hofarzt und schlug ihn 1757 zum Ritter – so wurde aus Linnaeus von Linné.
Auch er selbst stellte sein Licht keineswegs unter den Scheffel, wie sein viel zitierter Ausspruch "Gott schuf, Linné ordnete." zeigt. Schweden ehrte den großen Forscher mit mehrtägigen Feierlichkeiten, deren Höhepunkt am vergangenen Mittwoch eine Jubiläumszeremonie bildete, an der auch das japanische Kaiserpaar teilnahm.
Ein Artikel über Linné, der auch dessen Eitelkeit beleuchtet, ist bei Focus Online zu finden.
Staatsbesuch des japanischen Kaiserpaares inkl. Fotos
Die Website Linnéjubileet 2007 beschäftigt sich mit Linné und seinem Jubiläum (in Deutsch).
Und auch Linnaeus300 hat das Erbe Linnés zum Inhalt (in englischer Sprache).