Das deutsche Spiel Brennball ist Vielen sicher aus dem
Schulsport bekannt. Es ist dem Baseball sehr ähnlich, allerdings wirft man beim
Brennball den Ball (meist ein Volleyball) und schlägt ihn nicht mit einem
Schläger. Das schwedische Brennball bzw. „brännboll“ ist dem Ursprungssport
Baseball noch etwas ähnlicher, weil der Ball (normalerweise ein Tennisball) hier
ebenfalls mit einem Holzschläger (oft recht beliebiger Ausformung) geschlagen
wird.
Schwedischen Brennball spielt man wie Baseball im Normalfall auf
einer ausreichend großen Fläche im Freien, etwa im Sportunterricht oder im
Ferienlager. Dabei stehen sich zwei Mannschaften gegenüber. Die eine Mannschaft
ist die schlagende, die andere die fangende. Die Mitglieder der schlagenden
versuchen nach der Reihe den Ball für den Gegner möglichst unerreichbar weg zu
hauen und dann mit den Beinen in der Hand zu den vier eine Bahn absteckenden
Matten (von ebenfalls beliebiger Form) hin zurück zur Zielmatte zu hetzen. Der
schlagende Spieler bekommt drei Chancen, den von einem Gegenspieler geworfenen
Ball zu treffen, bevor der nächste dran ist. Wenn ein Schlagspieler sich
zwischen zwei Matten befindet, während es der Fängermannschaft gelingt, den Ball
zu ihrem ‚Brenner‘ zu befördern, der auf irgendeine Brennplatte oder -unterlage
tritt und ‚gebrannt‘ ruft, ist der betreffende Spieler der schlagenden
Mannschaft ‚gebrannt‘ und muss zu seinem Verdruss wieder zurück zur ersten Matte
– und die Fängermannschaft bekommt einen Punkt. Das Schlagteam bekommt für jeden
Spieler, der es um die gesamte Bahn zurück ins Ziel schafft, Punkte, wobei eine
ganze Umrundung bei einem Schlag natürlich Extrapunkte gibt. Die fangende
Mannschaft kann außerdem punkten, indem sie den Ball direkt aus der Luft fängt
(manche unterscheiden außerdem zwischen einem mit einer Hand und einem mit zwei
Händen gefangenen Ball). Die Spielzeit, die Größe des Feldes und dergleichen
sind nicht fest, sondern werden vorher vereinbart.
Am letzten
Maiwochenende findet in Umeå die Brennballweltmeisterschaft, genannt
‚Brännbollscupen‘, statt – begleitet von einem riesigen Studentenfest,
‚Brännbollsyran‘, bei dem Neulinge und Polizei gern mal mit den Ohren schnackeln
(und Fernseher und Kühlschränke und was man so im Haushalt hat aus dem Fenster
fliegen).
Schwedischer Brennball wird in Deutschland übrigens ebenfalls
gespielt, z.B. in der deutschen Partnerstadt von Umeå, Würzburg, wo jährlich das
Internationale Würzburger Brennballturnier stattfindet.