Auch über die Jahre hinweg haben sich die Schweden
den Traum vom eigenen Haus erhalten und diesen am besten aus rotem Holz und mit
weißen Fensterrahmen. Die roten Holzhäuser sind ein Synonym für das
skandinavische Land und haben auch über die Jahre hinweg kaum an Charme
verloren. Bei den Schweden besteht das Haus vorzugsweise aus Holz, ist rot
lackiert und hat weiße Fensterrahmen. Der Garten wird durch einen Fliederbusch
gesäumt und an dem Flaggenmast neben den Birken weht im lauen Sommerwind die
schwedische Flagge. Es ist ein Idyll wie es im Bilderbuch steht, ein Idyll,
welches sich die Schweden erhalten haben und das nicht zuletzt den Charme des
Landes ausmacht.
Erst im 18. Jahrhundert galt ein Haus mit Falu Rödfärg
als modern. Hierbei handelte es sich um eine rote Spezialfarbe. Gewonnen wurde
sie aus der Kupfermine in Falun und war ein Nebenprodukt der Anlage. Auch wenn
es der Hintergrund für die Entscheidung ein Haus rot zu streichen zunächst fast
ausschließlich aus modetechnischen Gründen getroffen wurde, erwies sich die
Farbe als äußerst vorteilhaft. Schnell galt die Farbe als effektives
Konservierungsmittel in jeder Beziehung. Bis heute ist dieses noch den
künstlichen Farben weit überlegen.
Schweden gehört in Europa mit
Sicherheit zu den waldreichsten Ländern überhaupt und so ist es auch
verständlich, dass die Häuser aus Holz gebaut werden, denn dieses ist in Massen
vorhanden und gleichzeitig auch ein sehr günstiger Baustoff. Kieferholz war in
der Region die durch Nadelbäume gesäumt war der dominierende Rohstoff. Die
weltweit bekannte knuttimring Tradition stammt aus der Zeit der Wikinger. Bei
dieser werden die Ecke der Stämme mit Schwalbenschwänzen versehen. Bis heute hat
diese Tradition in Schweden Bestand. Insbesondere in Südschweden, einer Region
die durch Laubbäume geprägt ist, werden andere Technikern angewandt.
Die
Wände der Häuser im Süden bestehen aus einem Rahmen vertikaler Pfeiler, welche
von schweren Eichenbrettern durchsetzt sind. Gemauerte Häuser waren vor einigen
Jahren noch die absolute Seltenheit in Schweden. Ausnahmen gab es damals nur auf
Öland und Gotland wo man die Steine die sich dort befanden benutzte. So galten
Steinhäuser als ein typisches Merkmal für Städte, wo die Brandgefahr eine
wichtige Rolle spielte.
Während die königlichen Familien und die
Aristokratie zitternd in ihren Schlössern saß, die kaum beheizt werden konnten,
hatten die Menschen auf dem Land wenige Probleme ihre kleinen Holzhäuser zu
heizen. Dass Schweden einst eine Großmacht war zeigen bis heute die zahlreichen
Schlösser und Prachtbauten im ganzen Land. Einerseits wurden erstgenannte für
Verteidigungszwecke gebaut, andererseits dienten sie aber auch dazu, das
restliche Europa zu beeindrucken. Das Schloss Drottninghholm sollte so zum
Beispiel Versailles Konkurrenz machen. Erst Mitte des 13. Jahrhunderts unter der
Herrschaft des Gründers von Stockholm Birger Jarl wurden die ersten großen
Schlösser im Land gebaut. Neben der Verteidigung vor feindlichen Angriffen
sollten sie vor allem die Stärke des Königs unterstreichen die notwendig war um
die restlichen Landesteile zu regieren.
Bis heute sind noch viele
Schlösser die im 16. Jahrhundert unter König Gustav Vasa gebaut wurden intakt.
Sie dienten dem gleichen Zweck wie mittelalterliche Festungen. Bis ins 17.
Jahrhundert hinein galt Schweden noch als Großmacht. Zu dieser Zeit trat die
Aristokratie gewissermaßen mit der Königsfamilie in einen Wettbewerb, in dem es
darum ging Wohlstand und Macht zu demonstrieren. Ende des 17. Jahrhunderts
brannte das alte Stockholmer Schloss Tre Konor auf Grund eines verheerenden
Feuers komplett ab. Nur wenig später wurde infolge dessen der Königliche Palast
entworfen. Mit seinen 600 Zimmern ist er der größte in ganz Skandinavien. Aber
zwischen den beiden Extremen Schloss und Landhaus gibt es eine Vielzahl
verschiedener Haustypen. Diese Vielfalt reicht letztendlich vom schmucklosen
Funktionsbau bis hin zu einem reich verzierten Holzhaus.
Vor allem die
älteren Häuser fügen sich reizvoll in die faszinierende Landschaft Schwedens ein
und geben ihr ihren ganz besonderen Charme. Um das Sonnenlicht optimal zu
nutzen, welches auf Grund des rauen Klimas meist rar ist, bauen die
Einheimischen ihre Häuser auf nach Süden abfallenden Hängen und gleichzeitig auf
etwas höher gelegenen, um dem Frost in den Tälern zu entfliehen. Bäume oberhalb
des Hauses sollen das Heim vor dem Wind aus.