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Auswandern nach Schweden – welche Kosten kommen auf mich zu und wie finanziere ich die Auswanderung?



Auswandern – ein Schritt, den kaum jemand leichtfertig unternimmt. Und doch zieht es jedes Jahr zehntausende Deutsche in fremde Länder. Oft sind es die Grenzen des deutschen Arbeitsmarkts, eine Suche nach neuen Aufgaben oder der Wunsch nach mehr Lebensqualität, welche den Ausschlag geben. Allein im Jahr 2010 verzeichnete das Statistische Bundesamt beispielsweise 141.000 Auswanderungen. Davon zog es einen Großteil in die klassischen Auswanderungsländer – wie die Schweiz, die USA oder nach Großbritannien. 4.053 deutsche Auswanderer entschieden sich allerdings für Schweden.

Die Gründe, warum gerade Schweden – und damit der hohe Norden – das Ziel der Auswanderung ist, sind vielfältig. In einigen Fällen erhofft man sich von diesem Schritt einfach einen Neustart. Auf der anderen Seite ist Schweden das Traumziel, wenn man die Natur und den Charakter der Schweden liebt. Ein Fehler sollte allerdings nie unterlaufen – das Schweden der Postkarten und Urlaubserinnerungen mit dem Schweden des Alltags gleichzusetzen. Ein gewisser Stress, Verantwortung und Organisation gehören zum Arbeiten und zum Beruf einfach dazu.

Arbeiten in Schweden – das Gehalt

Obwohl Schweden nach wie vor an seiner nationalen Währung festhält – der schwedischen Krone (SEK)- ist es Teil der EU. Damit ist die Auswanderung vergleichsweise einfach, wenn man zum Beispiel den Neustart in den USA oder Australien dagegenhält. Dennoch ist es mehr als ratsam, sich vorab mit der Situation in Schweden etwas genauer auseinanderzusetzen.

Speziell vor dem Hintergrund, dass sich viele Auswanderer auch wegen vermeintlich besserer Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten für die Auswanderung entscheiden, ist dieser Aspekt besonders wichtig. Pauschale Aussagen zu Beträgen, mit denen man nach der Auswanderung rechnen kann, sind schwierig. Zumal die Höhe der Gehälter sehr stark von Faktoren, wie der Region und Branche beeinflusst wird.

Einfach zu behaupten, dass man nach der Auswanderung mehr Geld im Portemonnaie hat, wäre falsch. Fakt ist aber, dass Schweden im internationalen Vergleich zum Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 2008 (gemessen in Internationalen $ KKP) einen Platz vor Deutschland lag – allerdings nur knapp. Wie sehen die Gehaltsstrukturen in Schweden im Einzelnen aus? Betrachtet man zuerst die Lohnentwicklung zwischen Arbeitern und Beschäftigten, fällt seit 1999 eine zunehmende Divergenz auf. Der Unterschied zwischen den Gehältern für beide Berufsgruppen ist in den vergangenen Jahren gewachsen – zuungunsten der Arbeiter.

Was verdient man in Schweden aber als Maschinenführer in der Chemie- und Bauindustrie, in der Gastronomie oder als Werkzeugmacher?

SSYK2 Berufsbezeichnung Gehalt (in SEK) Gehalt (in EUR)
Arbeiter (manual workers,   nur Privatsektor)1
714 Maler und Gebäudereiniger

23.712

2.730

722 Werkzeugmacher/Schmiede

24.656

2.839

812 Geräteführer in der   Metallindustrie

28.272

3.255

824 Geräteführer in   Forstbetrieben

23.104

2.660

932 Fertigungs-/Industriearbeiter

22.224

2.559

5123 Kellner/Kellnerin

21.800

2.510

Beschäftigte (non-manual   workers, nur Privatsektor)
211 Physiker und Chemiker

43.800

5.043

213 IT-Spezialisten

40.300

4.640

223 Krankenpflege/Geburtshilfe

32.100

3.696

233 Grundschullehrer

26.400

3.039

314 Schifffahrts- und   Luftfahrt-Techniker

52.600

6.056

214 Architekten und Ingenieure

40.000

4.605

Beispiele für Durchschnittsmonatsgehälter unterschiedlicher Berufsgruppen in Schweden für 2011 (Quelle: Statistiska centralbyråns SCB)
)1 – berechnet auf Grundlage der Durchschnittstundenlöhne für eine 40-h-Woche
)2 – Swedish Standard Classification of Occupations (Berufskennummer)

Die Aussage, dass in Schweden die Gehälter höher als in Deutschland ausfallen, lässt sich für einige Branchen und Berufe zwar halten, pauschal ist diese Haltung aber falsch. Denn es kommt ein weiterer Aspekt hinzu – in der Regel wird vom Bruttolohn gesprochen. Und in Bezug auf die Höhe der Steuerlast ist Schweden einer der Spitzenreiter in Europa – noch weit vor Deutschland.

Liegt das monatliche Bruttoeinkommen beispielsweise bei 23.100 SEK, bleiben nach Abzug der Steuern 18.078 SEK im Monat übrig – also 2.081 Euro. Bei einem Bruttoeinkommen von 40.300 SEK sind die steuerlichen Abzüge noch deutlich höher. Hier bleiben nur 29.498 SEK im Monat übrig.

Beispielrechnungen zu den steuerlichen Belastungen in Schweden (nach Ekonomifakta 2013):

Monatsbrutto (SEK) Steuerlast Nettoeinkommen (SEK) Nettoeinkommen (EUR)

18.000

3.492

14.508

1.670

22.000

4.560

17.440

2.008

26.000

5.629

20.371

2.345

30.000

6.809

23.191

2.670

34.000

7.989

26.011

2.995

Da in Scheden die Wirtschaftszweige Forstwirtschaft, Bergbau und Energie einen besonders hohen Stellenwert genießen, sind Berufe in diesen Branchen besonders gefragt. Schweden gehört deshalb auch zu den Auswandererländern, welche für Handwerker und Facharbeiter interessant sind.

Tipp: Die schwedischen Arbeitsämter veröffentlichen regelmäßig Listen mit den meistgesuchten Berufen. Mit erhoben werden dabei Daten zu Branchen, in denen aktuell der Bedarf eher gering ist. Entsprechend der aktuellen Erhebung werden für 2013 speziell

  • Bergarbeiter,
  • Softwareentwickler,
  • Ingenieure und Techniker in der Metallindustrie      und dem Bergbau,
  • Architekten und
  • Ärzte in Schweden gesucht.

Langfristig gute Aussichten haben übrigens Berufe im technischen Bereich, der IT-Branche und aus dem Gesundheitswesen.

Leben in Schweden – die Kosten

Neben einer hohen Steuerlast gilt Schweden allgemein als teures Pflaster. Verantwortlich dafür sind verhältnismäßig hohe Mehrwertsteuersätze von 25 Prozent bzw. 12 Prozent für den ermäßigten Satz. Darüber hinaus sind es gerade die Kosten für Alkohol und Tabakwaren, die das Bild vom Leben in Schweden prägen. Wie sieht aber die Realität aus? Vergleicht man beispielsweise die Benzinpreise, sind Deutschland und Schweden durchaus vergleichbar. Betrachtet man die Zahlen der schwedischen Statistikbehörde, hat ein Singlehaushalt im Jahr 2009 durchschnittlich 170.660 SEK für die Lebenshaltung aufwenden müssen – bei einem Einkommen von 190.530 SEK. Und einer der umfangreichsten Posten war – wie in Deutschland – das Wohnen.

Wie viel sollte man an dieser Stelle zum Beispiel für Mieten und Nebenkosten einplanen? Grundsätzlich lässt sich deren Höhe schwer abschätzen, da die Mieten regional stark variieren. Speziell in den Ballungszentren ist durchaus mit entsprechend hohen Mietkosten zu rechnen. Abseits lässt es sich bereits für deutlich geringere Beträge komfortabel wohnen. Beispielsweise kann eine 3-Zimmer-Wohung in Stockholm je nach Lage schnell Mieten in vierstelliger Höhe erreichen. Eine ähnliche Wohnung in Helsingborg schlägt sich dagegen mitunter nur durch eine halb so hohe Miete im Budget nieder.

Tipp: In den Mietkosten sind die Nebenkosten oft bereits enthalten. Strom, Telefon und Internet müssen aber – wie in Deutschland – separat abgeschlossen werden. Für die letzten beiden Bereiche sollten ähnliche Ausgaben wie hierzulande eingeplant werden.

Erhebliche Preisunterschiede in den Lebenshaltungskosten bekommen Auswanderer bei Tabakwaren und Alkohol zu spüren. Der Durchschnittspreis für eine kleine Flasche Importbier liegt deutlich über der Marke von 1,50 Euro. Noch teurer ist Wein. Hier liegen die Preise pro Flasche schnell bei acht oder neun Euro. Und wie sieht es mit der Mobilität aus? Je nach Region schwanken die Preise für öffentliche Verkehrsmittel und können im Vergleich zu Deutschland teilweise doppelt so teuer sein.

Wie hoch sollte das geplante Budget für den Alltag in Schweden letztlich sein? Zieht man hier die Angaben der Statistikbehörde für das Jahr 2009 heran, lässt sich folgender Durchschnittsbedarf ermitteln:

 

Haushaltsgröße Ausgaben p. Monat (SEK) Ausgaben p. Monat (EUR)
Single-Haushalt 14.217 1.636,80
2-Personen-Haushalt (o.   Kind) 25.818 2.972,43
4-Personen-Haushalt 34.600 3.983,50

Betrachtet man die Höhe der Steuern und Lebenshaltungskosten, wird Schweden zu einem teueren Auswanderungsland. Allerdings muss sich jeder Auswanderer vor Augen halten, dass der Sozialstaat anders als das deutsche Modell organisiert ist. Das Gros der Leistungen – auch in Bezug auf die Kinderbetreuung und Bildung – wird aus den Steuereinnahmen sowie Beiträgen der Arbeitgeber finanziert. Hohe Sozialabgaben für Kranken-, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung sucht man in Schweden vergeblich. Einzig zur Rentenversicherung müssen Arbeitnehmer einen Beitrag leisten.

Tipp: Laut der Schwedischen Botschaft Berlin müssen Gemeinden in Schweden erwerbstätigen Eltern eine Kinderbetreuung in Form von Hort oder pädagogischer Begleitung anbieten – bis zu einem Alter von 12 Jahren.

Um in Schweden mobil zu bleiben, ist ein Auto unverzichtbar. An dieser Stelle lassen sich die Kosten aus Deutschland nur schwer abschätzen, da beispielsweise im Bereich der Kfz-Steuer verschiedene Besteuerungsgrundlagen herangezogen werden. Für neuere Modelle (ab 2006) werden die Emissionswerte für die Ermittlung der Steuer herangezogen (360 SEK pro Jahr als Grundbetrag, für jedes weitere Gramm CO2 ab 117 g/km zusätzlich 20 SEK). Für ältere Fahrzeuge gilt dagegen das Gewicht als ausschlaggebende Größe.

Tipp: Für die Bemessung der Steuer von älteren Fahrzeugen werden diese gewogen. Dabei lässt sich mit einigen Tricks – wie einem halb leeren Tank usw. – Gewicht sparen.

Bezüglich der Kfz-Versicherung gilt auch in Schweden eine Teilung in Kfz-Haftpflichtversicherung und Kaskoversicherung. Von höheren Kosten als in Deutschland sollten sich Auswanderer aber nicht abschrecken lassen – teilweise ist der Leistungsumfang (etwa bei einem Motorschaden) höher. An eine Tatsache muss man sich allerdings gewöhnen: ein anderes System der Schadenfreiheitsklassen.

Tipp: Ein Neuwagenkauf in Deutschland kurz vor der Auswanderung kann zum Bumerang werden. Denn unter Umständen ist im Zuge der Ummeldung die schwedische Mehrwertsteuer von 25 Prozent nachzuzahlen.

Der Umzug – die sieben Sachen packen

Die Auswanderung nach Schweden ist eine Herausforderung – auch in logistischer Hinsicht. Schließlich muss nicht nur Kleidung für 14 Tage mit, sondern der gesamte Hausrat. An dieser Stelle wird die Auswanderung schnell chaotisch, wenn man den Umzug selbst einfach laufen lässt, anstatt ihn vorab zu organisieren. Wie die Planung im Detail aussieht, hängt natürlich stark von individuellen Parametern ab – also ob das neue Dach überm Kopf genauso groß ist wie die Wohnung in Deutschland oder sich Auswanderer in Bezug auf die Wohnfläche einschränken müssen.

Da der gesamte Haushalt im Regelfall mit umzieht, wird man als Auswanderer nach Schweden – gerade, wenn es um mehr als einen Singlehaushalt geht – um die Beschaffung entsprechender Transportkapazitäten nicht herumkommen. Mittlerweile haben sich verschiedene Umzugsunternehmen auf den Umzug nach Schweden spezialisiert. Abgerechnet wird in der Regel nach Kubikmeter.

Tipp: Es rechnet sich durchaus, mehrere Angebote zu vergleichen. Die Umzugsunternehmen schließen im Grundpreis eine unterschiedlich hohe Zahl an Kubikmetern ein, was sich durchaus in den Kosten für die Auswanderung bemerkbar macht.

Um immer den Überblick zu behalten, ist es ratsam, sich vorab einen Umzugsplan zu erstellen. Dabei gilt es vor allem zu klären, was in der neuen Wohnung in Schweden wohin kommt. Zwar bieten Umzugsfirmen die Möglichkeit zum Einlagern von Hausrat, allerdings wird diese Methode mit der Zeit durchaus teuer und kann sich – je nach Zahl der eingelagerten Kubikmeter – schnell auf einen dreistelligen Betrag pro Monat belaufen.

Um in Schweden genau zu wissen, welche Kiste wohin kommt und wie der Inhalt aussieht, ist deren Beschriftung empfehlenswert. Anhand des Umzugsplans lässt sich so nicht nur Zeit beim Entladen sparen – es werden auch die Nerven geschont.

Wichtig: Trotz der Tatsache, dass Schweden ein Mitglied der EU ist, gelten für die Einreise diverse Bestimmungen. Dies betrifft unter anderem die Einfuhr von Waffen, Alkohol, Haustieren und Tabakwaren. Beispielsweise müssen Hunde über entsprechende Papiere, Schutzimpfungen und einen ID-Chip verfügen. Die Einfuhr von Schusswaffen ist zudem erlaubnispflichtig. Vor dem Umzug nach Schweden sollte man sich über die schwedische Zollbehörde (Tullverket) entsprechend informieren – speziell in Bezug auf Einfuhrgebühren. Auf Alkohol fallen beispielsweise keine Gebühren an, sofern der private Gebrauch gewahrt bleibt.

Kosten sparen – so wird der Umzug günstiger

Ein Umzug nach Schweden kostet Geld. Je nach Zielort und Haushaltsgröße hat man schnell einen mittleren vierstelligen Betrag erreicht – wenn etwa ein Umzugsunternehmen mit im Spiel ist. Wie lassen sich beim Umzug Kosten sparen? Generell bieten sich rund um die Auswanderung mehrere Möglichkeiten. Beispielsweise wäre es durchaus denkbar, Teile des Hausrats in Deutschland zu lassen – wenn sich in Schweden Ersatz günstig beschaffen lässt. Durch den Verkauf über Flohmärkte oder Auktionsplattformen lässt sich dann sogar noch die Umzugskasse füllen. Da sich gerade auf Dachböden und im Keller diverser unnötiger Hausrat sammelt, ist es zudem ratsam, vor dem Umzug einen gründlichen „Hausputz“ durchzuführen. Auf diese Weise schrumpft das Umzugsgut und man spart Kosten.

Ein weiterer Trick besteht darin, beim Umzug selbst mit anzupacken. Muss ein Umzugsunternehmen weder Kisten packen noch Möbel abbauen, macht sich dies durchaus im Preis bemerkbar. Und auch die Unterstützung beim Be- und Entladen hat mitunter Auswirkungen auf die Umzugskosten.

Tipp: Einige Unternehmen bieten diesen Service als Inklusivleistung an. In diesem Fall muss kein Auswanderer selbst Hand anlegen, sondern kann sich zurücklehnen. Es sollte aber vorher geklärt werden, was im Grundpreis für den Umzug enthalten ist.

Hin und wieder stemmen Auswanderer den Umzug auch vollständig in Eigenregie und greifen dazu auf den Bekannten- und Verwandtenkreis zurück. Da sich heute selbst Lkws mieten lassen, durchaus eine sinnvolle Option. Allerdings muss man sich an dieser Stelle im Klaren über die Herausforderungen sein. Ein DIY-Umzug in andere Länder steht etwa vor dem Problem anderer Verkehrsvorschriften usw. Professionelle Hilfe kann also durchaus hilfreich sein, wenn es um die Vermeidung von Ärgernissen geht.

Auswandern: Wie die Kosten finanzieren

Die Auswanderung ist immer auch ein Neustart. Nicht selten steht genau dieser Aspekt im Vordergrund – wenn man in Deutschland beispielsweise beruflich in einer Sackgasse steckt. Es stellt sich immer wieder die Frage, wie man gerade die Umzugskosten trägt. Interessant wäre zum Beispiel die Aufnahme eines Darlehens – etwa eines Kleinkredits. Dank dessen Spielraum sollte der Neustart eigentlich gelingen.

Schließlich bieten heutzutage nicht nur Filialbanken entsprechende Darlehen an, die zwischen 500 Euro und 1.500 Euro beginnen. Viele Direktbanken mischen in diesem Geschäftsbereich mit und haben Kredite mit teils günstigen Zinssätzen im Angebot. Entscheidet man sich hier für die beste Offerte, spart man über eine Tilgungslaufzeit von beispielsweise 48 Monaten schnell mehrere hundert Euro.

Eine Kreditaufnahme in Deutschland für die Auswanderung nach Schweden stößt allerdings an Grenzen. Zwar sind Kleinkredite im Regelfall nicht zweckgebunden. Aber man muss häufig gewisse Bedingungen erfüllen – wie ein regelmäßiges pfändbares Einkommen. Wandert man vor dem Hintergrund eines beruflichen Neustarts aus, kann die Kreditaufnahme bereits an dieser Stelle scheitern. Hinzu kommt ein weiteres Problem. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken wird zur Bedingung gemacht, dass Veränderungen bezüglich der Adresse anzuzeigen sind. Wird der Wohnsitz ins Ausland verlegt, können Banken mitunter zu drastischen Maßnahmen greifen.

Tipp: Wer Kreditverpflichtungen, die weit vor der Auswanderung entstanden sind, weiterhin regelmäßig erfüllt, kann auf die Kulanz der Institute hoffen. Allerdings ist deren Geduld bei Rückständen mitunter schnell am Ende.

Und machen Auswanderer bereits beim Kreditantrag klar, dass das Kapital der Auswanderung dient, ist selbst ein Job in Schweden keine sichere Bank. Da für Banken ein Arbeitseinkommen und der Wohnsitz in Deutschland Bedingungen für die Kreditvergabe sind, kollidieren Auswanderung und Finanzierungswunsch oft miteinander.

Tipp: Pauschale Aussagen zu den Finanzierungsfragen sind schwierig. Generell ist es ratsam, persönlichen Kontakt mit den Banken zu suchen, um eventuell doch Mittel und Wege zu finden – etwa über das Stellen von Sicherheiten in Deutschland oder das Hinzuziehen von Bürgen. Unter gewissen Umständen bestehen eventuell auch Möglichkeiten, um in Schweden (etwa wenn ein Arbeitsverhältnis bereits besteht) eine Finanzierung in die Wege zu leiten.

Was viele Auswanderer nicht wissen – es gibt teilweise staatliche Unterstützung. So kann zum Beispiel bei ALG-I-Bezug dessen Mitnahme für drei Monate zur Arbeitssuche beantragt werden. Ist ein Arbeitsverhältnis sicher, können zudem Mobilitätsleistungen seitens der Arbeitsagenturen beantragt werden, bei denen es sich allerdings um keinen verbindlichen Leistungsanspruch handelt.

Auswandern nach Schweden – ein Fazit

Schweden ist kein typisches Auswandererland wie die USA oder Schweiz. Dennoch zieht es jedes Jahr tausende Deutsche in den Norden Europas. Wer einen Neustart in Schweden plant, sollte sich von den Möglichkeiten allerdings nicht blenden lassen. Ohne ein Minimum an Vorbereitung und einen gewissen finanziellen Spielraum steht die Auswanderung schnell auf des Messers Schneide. Es ist daher sinnvoll, die Entscheidung reifen zu lassen und sich vorab intensiv mit den organisatorischen Hürden zu beschäftigen. Denn nur, wer die Auswanderung richtig vorbereitet, erhöht die Chancen auf einen geglückten Neustart in Schweden.

Redaktioneller Hinweis

Diese Informationen wurden Ihnen von der Redaktion des Vergleichsportals www.kreditvergleich.org zur Verfügung gestellt. Das Portal vergleicht tagesaktuelle Kreditkonditionen sämtlicher Direktbanken und ergänzt diese durch zahlreiche Ratgeber.

One Response to Auswandern nach Schweden – welche Kosten kommen auf mich zu und wie finanziere ich die Auswanderung?

  1. Holger Grafen 21. November 2015 at 8:34 #

    Vielen Dank für die ausführlichen Informationen, insbesondere zu den Lebenshaltungskosten. So aufgeschlüsselt (brutto/netto, Gehalts- und Einkommensgruppen, etc) habe ich das bisher noch nicht gefunden.

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