Herzlich Willkommen in der Welt Astrid Lindgrens!
Wer in Småland seinen Urlaub verbringt, ob mit
Kindern oder als Freund von Astrid Lindgren-Büchern, sollte unbedingt einen
Abstecher nach Vimmerby machen. Am Rande des Städtchens, in dem die
schwedische Kinderbuchautorin aufgewachsen ist, befindet sich ein großer
Familien-Freizeit-Park der besonderen Art. Denn hier trifft man sie alle
wieder: Pippi Langstrumpf, Michel und seine Familie, Ronja Räubertocher,
Madita und Lisabeth, Karlsson vom Dach, die Brüder Löwenherz und viele andere
mehr.
Sieht das Gelände vom Parkplatz aus betrachtet zunächst wie ein gewöhnlicher
Freizeitpark aus, so stößt man im Inneren schnell auf lebendig gewordene Astrid
Lindgren-Geschichten:
Ein Rundweg führt vorbei an Plätzen, die vielen von
uns vertraut sind: Die Mattisburg, Birkenlund, Bullerbü, die Villa Kunterbunt,
der Katthulthof oder die Krachmacherstraße. Überall werden von Zeit zu Zeit
kleine Szenen aus Lindgrens Büchern von Schauspielern nachgespielt und spaziert
man durch den Park, so könnte man meinen, man befindet sich selbst mitten in den
Geschichten: Da begegnet man Michel und seiner Familie, man trifft auf die
beiden Polizisten, die auf ihren Rädern lautstark nach Pippi Langstrumpf suchen
und die die Besucher dabei mit einbeziehen oder Madita und Alva, die
umherschlendern und die Leute herzlich begrüßen und zu einer Aufführung
einladen. Auch wenn alle Schauspieler schwedisch sprechen – ihre Begeisterung
für ihre Rollen steckt auch deutsche Kinder an und die meisten haben die Szenen,
wenn z.B. Madita und Lisabeth „Moses im Schilf“ spielen oder Michel versucht,
Linas Zahn zu ziehen sowieso schon lange verinnerlicht.
So werden die Kinder nicht
nur zum Zuschauen, sondern auch zum Mitmachen und Entdecken inspiriert. Bei den
drei Höfen von Bullerbü z. B. können sich die Kinder mit einem Floß über einen
kleinen Fluss ziehen oder vom Heuboden springen und die ganz Kleinen werden ihre
Freude haben, wenn sie danach durch „den lilla lilla staden“ spazieren,
Vimmerby im Zwergenformat, dessen Häuschen teilweise begehbar sind. Es gibt
unzähligen Spiel- und Klettermöglichkeiten, große Rasenflächen zum Picknicken,
Tiere zum Streicheln und Füttern, kleine Läden mit feinem Backwerk und den
typisch schwedischen Naschereien.
Die Gestalter des Parks bemühen sich, Astrid Lindgrens Geschichten nicht zu allzu sehr zu kommerzialisieren, sondern ihre Geschichten erlebbar werden zu lassen, was im Sinne der Autorin sein dürfte, die ihre Bücher nicht vermarktet sehen wollte, sondern das kindliche Spiel und das menschliche Miteinander darin bewahrt sehen wollte.
Am Ende des Rundweges kommt man vorbei am „Garden“, einem Ausstellungsgebäude mit wechselnden Ausstellungen und dem Astrid Lindgren-Erinnerungsplatz. Nun schlendert man noch durch die „Krachmacherstraße“, die Original-Kulisse aus dem Lotta-Film, die hier wieder aufgebaut wurde. Man findet das Wohnhaus von Lottas Familie und Tante Berg, die Tankstelle von Blomgrens - selbst durch den losen Zaunpfahl, der Lotta und ihren Geschwistern als Durchschlupf zu Tante Bergs Haus diente, können auch die Besucherkinder hindurch kriechen.
In die Häuser der Krachmacherstraße wurden einige Geschäfte
integriert, worin man Bücher und kleine Andenken in einem überschaubaren Angebot
findet.
Für den Besuch von Astrid Lindgrens Värld sollte man schon einen ganzen Tag
Zeit einplanen, in der Hauptferienzeit ist der Park recht gut besucht und es
kann zu Schlangen an den Imbissbuden und der Kasse kommen. Auch lohnt es sich,
wie in Schweden allgemein hin üblich, ein Picknick für die Familie
mitzunehmen.
Falls noch Zeit bleibt, lässt sich der Aufenthalt im
Park schön abrunden mit einem Bummel durch das Städtchen Vimmerby, um dort auf
Astrid Lindgrens Spuren zu wandeln.