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Antrag auf Endlagerbau eingereicht

Der Verband der schwedischen Kernkraftindustrie, SKB, hat am Mittwoch einen Antrag zum Bau eines Atommüll-Endlagers bei den Umwelt- und Strahlensicherheitsbehörden eingereicht. Der Termin war seit langem geplant und die Prüfung wird mehrere Jahre dauern, bis zur Inbetriebnahme können noch Jahrzehnte vergehen. Zeitgleich hat eine staatliche Enquetekommission vorgeschlagen, gesetzlich festzuschreiben, dass die Verantwortung für die Endlagerung bei einer eventuellen Liquidierung der Betreiberunternehmen auf den Staat übergeht.

Endlagerung beantragt

Jacob Spangenberg, Vorsitzender des Gemeindeparlaments in Östhammar, der Kommune, in der das geplante Endlager gebaut werden soll, begrüßt den Vorschlag. „Für eine Kommune ist es extrem wichtig, sicher zu wissen, dass da immer jemand ist, in diesem Fall eben der Staat, der die schlussendliche Verantwortung übernimmt.“ Nach dem Verursacherprinzip ist zunächst die Kernkraftindustrie selbst für die Verwahrung der ausgedienten Brennstäbe aus den zehn laufenden und auch den zwei vor fünf Jahren bereits abgeschalteten Kernreaktoren des Landes verantwortlich. Da von den Brennstäben jedoch bis zu 100 000 Jahre lang Gefahren ausgehen und Schutzmaßnahmen nötig sind, ist durchaus denkbar, dass die Unternehmen nicht mehr existieren, wenn immer noch Handlungsbedarf besteht. In diesem Fall, so der Vorschlag, übernimmt der Staat den Betrieb des Endlagers, für dessen Bau der nun abgegebene Antrag einen ersten Schritt darstellt.

Zentrales Zwischenlager

Björn Dverstorp, Beamter der Strahlensicherheitsbehörde, erklärt die derzeitige Verwahrung: „Ausgediente Brennstäbe können auf zwei Arten gelagert werden. Entweder in der Nähe des jeweiligen Kraftwerks, trocken oder in Bassins. Hier in Schweden haben wir jedoch ein Zentrallager, in dem das Material aus allen Mailern gesammelt wird. Es liegt in der Nähe von Oskarshamn in Mittelschweden. Dort wird es aufbewahrt, bis die Industrie ein Endlager errichtet hat.“ Das geplante Endlager soll in Östhammar in der Nähe des jüngsten schwedischen Kernkraftwerks, Forsmark, von Kupfermänteln umkapselt 500 Meter tief in den Fels eingelassen werden. Die Methode bietet sich dank des harten skandinavischen Granits an. Sie wird über mehrere tausend Seiten in dem Antrag beschrieben, dessen Prüfung laut Behörden mehrere Jahre dauern wird. „Sollte dem Antrag von SKB statt gegeben werden, kann der Betrieb allerfrühestens im dritten Jahrzehnt aufgenommen werden. Es handelt sich also um ein sehr zeitaufwändiges Projekt. Es wird noch mindestens 50 Jahre dauern, bis aller jetzt vorliegende Atommüll in dem Felsraum eingelagert ist und das Endlager versiegelt wird.“

Entscheidung unabhängig von Japan

Nach dem Kernkraftunglück in Japan ist die Diskussion über die Zukunft der Technologie auch in Schweden erneut in Gang gekommen. Die Entscheidung über die Endlagerung werde dies jedoch nicht beeinflussen, glaubt Dverstorp von der Strahlenschutzbehörde. „Unabhängig davon, welche Beschlüsse für die Zukunft gefasst werden, gibt es den Atommüll jetzt bereits und wir müssen Methoden entwickeln, damit umzugehen. Es ist an dieser Stelle wichtig hervorzuheben, dass die Strahlenschutzbehörde der Regierung den Bau des Endlagers nur empfehlen wird, wenn wirklich alle Strahlensicherheitsanforderungen erfüllt sind, wenn die Risiken gering sind, heute, aber auch für die Zukunft. Die Bürger sollen sich sicher fühlen und sich auf die Expertenprüfung durch die Behörden verlassen können.“

Quelle: Radio Schweden

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