Bei den meisten fallen in Verbindung mit Schweden die
Worte Astrid Lindgren, Elch und Abba. Im 20. Jahrhundert hat sich die Band Abba
zu einer regelrechten Faszination entwickelt und ist bis heute zu einem Kult der
besonderen Art geworden. Fans sind sich einig, dass Abba die Band schlechthin
ist und es kaum möglich ist, dass sie in irgendeiner Art und Weise getoppt
werden kann. Weltweit war Abba in den Siegzigern und zu Beginn der Achtziger
eine der populärsten Musikgruppen aller Zeit. Aber auch in kommerzieller
Hinsicht fällt es der Band nicht schwer zu überzeugen. Insgesamt könnten 370
Millionen Tonträger verkauft werden.
Im Mai des Jahres 1969 lernten sich
Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus während der Aufzeichnungen einer schwedischen
Fernsehsendung in einem Filmstudio in Göteborg kennen. Bereits kurze Zeit später
waren die beiden Schweden verlobt und gaben sich am 06. Juli 1971 schließlich im
südschwedischen Verum das Ja-Wort. Die Ehe von Agnetha und Björn hielt offiziell
bis Juli 1980. Hingegen erfolgte die private Trennung schon knapp zwei Jahre
vorher. Auch Anni-Frid Lyngstadt und Benny Andersson lernten sich im Jahr 1969
kennen und verlobten sich bereits ein halbes Jahr später im August 1969. Die
Hochzeit fand aber erst am 6. Oktober 1978 statt. Nach drei Jahren wurde
allerdings auch diese Ehe wieder geschieden.
Seit 1968 galt Agnetha in
Schweden schon als eine sehr erfolgreiche Sängerin und Komponistin, die vor
allem schwedische Schlagermusik machte. Sie nahm bis zur Gründung von Abba vier
Solo Alben in der Landessprache auf und veröffentlichte zudem acht
deutschsprachige Singles. In der schwedischen Version des Musicals Jesus Christ
Superstar sang sie die Rolle der Maria Magdalena.
Im Genre des Jazz und
Folk gelang es Anni-Frid sich einen Namen zu machen. 1967 gewann die junge
Schwedin einen Talentwettbewerb und erreichte 1969 bei der Vorentscheidung zum
Eurovision Song Contest mit dem Lied Härlig ar var jord den vierten Platz. Ihr
erstes Soloalbum kam im März 1971 auf den Markt.
Björn und Benny
lernten sich schon Juni 1966 kennen. Zu dieser Zeit hatte Björn mit seiner
Folk-Gruppe Hootenanny Singers in den heimatlichen Folkparks Erfolg und Benny
arbeitete als Pianist bei der in Schweden sehr erfolgreichen Band Hep Stars.
Bereits drei Monate später trafen sich die Musiker im Spätsommer 1966 ein
zweites Mal. Bei diesem Treffen schrieben sie nach einer Party in einem
improvisierten Musikraum in Ulvaeus’ Elternhaus ihr erstes gemeinsames
Musikstück Isn’t it easy to say. Dieses wurde späte von den Hep Stars
veröffentlicht.. Auch der zweite Song wurde von der Band 1968 veröffentlicht.
Seit diesem Moment spielten die beiden Männer gemeinsam auf Musikfestivals in
Skandinavien. 1970 nahmen sie ihre erste gemeinsame Schallplatte auf. Bereits zu
diesem Zeitpunkt wurden die beiden Musiker maßgeblich von ihren
Lebensgefährtinnen unterstützt. Auf Grund dessen gilt Hej Gamle Man als erster
Song den die vier Schweden gemeinsam veröffentlicht haben. Nachdem dieser Song
in die Hitparaden landete planten Ulvaeus und Andersson gemeinsam mit ihren
Partnerinnen auch einen englischen Popsong aufzunehmen.
1972 brachten
die vier Musiker ihren ersten gemeinsamen Titel Pepole Need Love auf den Markt.
Sie selbst sahen sich zu diesem Moment noch nicht als feste Gruppe, denn alle
waren parallel auch mit eigenen Projekten beschäftigt. Unter einem
improvisierten Bandnamen der sich aus den vier Namen der Musiker zusammensetzte
nahmen diese ihr erstes Album Ring Ring auf. Um in Deutschland den Durchbruch zu
schaffen nahm die Band ihre Songs auch in deutscher Sprache auf.
Zunächst setzte sich die Band mit ihrem Song Waterloo im Jahr 1974 bei
dem schwedischen Vorentscheid des Eurovision Song Contest durch und traten
schließlich am 06.04.1974 im englischen Brighton an. Mit deutlichem Vorsprung
siegte die Band. Mit diesem Sieg öffneten sich für die Band international
sämtliche Pforten. Diesem Erfolg folgten weitere LPs der Band. Die Begeisterung
der Fans nutze Abba kommerziell und veröffentlichte 1975 ihr erstes
Best-of-Album mit dem Titel Greatest Hits. Auch dieses erreichte die vorderen
Plätze der Charts. Das Lied Fernando war weltweit wochenlang auf Platz eins und
gilt bis heute als einer der kommerziell erfolgreichsten Titel. Desweiteren war
es eine der ersten Singles, die vom Bundesverband der Phonografischen Wirtschaft
mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. In Deutschland blieb es die
einzige Single mit Goldstatus.
1977 erreichte die Karriere einen
weiteren Höhepunkt. Die Tournee durch Europa und Australien war komplett
ausverkauft. Trotzdem blieb insbesondere in Europa der erhoffte Erfolg außerhalb
von Skandinavien aus. Im gleichen Jahr erschien der Song Dancing Queen. Das Lied
gilt als der typisch, eingängigste und populärste Disco Poptitel der Band. Im
Herbst des Jahres belegte der Song international Spitzenplätze und erreichte als
erster und auch einziger Titel der Band am 9. April 1977 die Spitze der
US-amerikanischen Hitparade.
Der Erfolg des vierten Albums 1976 war so
überwältigend, dass Polen sein gesamtes Kontingent für den Import von
„Westmusik“ für diese Platte aufbrauchte. Um das Album vorzustellen reiste die
Band extra nach Polen. Einen weiteren Höhepunkt erreichte die Band 1977. Ihre
Platten verkauften sich weltweit phänomenal und sie wurden mit Auszeichnungen
und Schallplattenpreisen überhäuft.
Parallel zu diesem musikalischen
Erfolg entstand der Film Abba-The Movie unter der Regie von Lasse Hallström. In
der Musikbranche vor allem aber bei Abbafans erlangte der Film Kultstatus.
Ursprünglich sollte er nur eine Aufzeichnung der Tournee sein. Nach der Rückkehr
nach Schweden widmete sich die Gruppe hauptsächlich der Komposition. Die Band
zog sich bereits seit Anfang des Jahres 1978 häufiger aus der Öffentlichkeit
zurück. Sie erhofften sich damit mehr Ruhe für neue Projekte. Diese Zeit nutzten
sie intensiv für das komponieren und produzieren von Stücken. Im Spätsommer
wurde lediglich das Stück Summer Night City veröffentlicht, aber die Single
erreichte nicht den gewohnten Erfolg.
Mehr und mehr geriet die Ehe
zwischen Fältskog und Ulvaeus in Wanken. Eine Vielzahl verschiedener Differenzen
führte schließlich dazu, dass die Ehe der beiden Musiker geschieden wurde. Das
sechste Album erschien schließlich im Frühjahr 1979 und der Band gelang es mit
Chiquitita wieder einen Welterfolg zu komponieren. Alle Einnahmen und das
Lizenzrecht kamen der UNICEF zu Gute. Im Herbst 1979 ging Abba erneut auf
Welttournee und überzeugte überwiegend mit einer einzigartigen Bühnenkulisse.
Jedoch blieben die Konzertarenen in Amerika meist ausverkauft.
Insbesondere Agnetha legte bereits zu dem Zeitpunkt immer stärker
werdendes Desinteresse an den Tag. Anfang der 80er Jahre machten die
Beziehungskrise ein gemeinsames Arbeiten immer schwerer. Am 06. Januar 1981, nur
ein Jahr nachdem die Scheidung von Faltskog und Ulvaeus rechtskräftig geworden
war, heiratete er seine neue Lebensgefährtin Lena Källersjö. Auch Benny und
Anni-Frid entschlossen sich schließlich für die Scheidung. Trotz der
Trennungsphase begann die Band mit den Aufnahmen zum achten und auch letzten
Album The Visitors. Die Stücke dieser Platte klangen im Vergleich zu der
bisherigen Musik schwermütig, kalt und düster und die Texte waren durch
Tiefgründigkeit geprägt. Trotzdem erreichte das Album ähnlich hohe
Verkaufszahlen wie die Vorgänger.
Schließlich trat die Band am
11.12.1982 das letzte Mal gemeinsam in der britischen Fernsehsendung The late
Breakfast Show auf. Im Interview kündigten sie für die Band eine Pause an.
Rückblickend ist es offensichtlich, dass dies die Trennung von Abba bedeutete.
Ohne Zweifel gehört Abba zu den großartigsten und erfolgreichsten Musikgruppen
überhaupt. Bis heute konnte der Kult Abba bewahrt werden. Eine Reminiszenze an
die Musik der Gruppe ist das Musical Mamma Mia, dass nicht nur hartgesottene
Fans zurück in eine legendäre Zeit, in die Zeit von Abba versetzt.