(Malbrook: sinngemäß: Tanzteufel - ein wie toll herumspringender und tanzender Mensch).
Alles begann mit einer Hochzeit in Mundal am Fjaerlandsfjord in Norwegen, zu der Wolfgang Meyering zusammen mit drei Kollegen als Musiker engagiert war. Auf dem Weg dahin machten die vier in Bohuslän an der schwedisch-norwegischen Grenze halt, um befreundete Musiker zu besuchen. Dort fielen Wolfgang Meyering zum ersten Mal Gemeinsamkeiten der schwedischen Sprache mit derjenigen seiner niederdeutschen Heimat an der deutsch-niederländischen Grenze auf.
In der Tat: über Jahrhunderte gab es einen regen Austausch an Waren, Wissen und Kultur zwischen Norddeutschland und dem südlichen Skandinavien. Den ersten Höhepunkt erlebte diese Entwicklung im ausgehenden Mittelalter, zur Blütezeit der Hanse. Damals war Niederdeutsch die wichtigste Handelssprache in Nordeuropa. Den Einfluss des Mittelniederdeutschen auf die skandinavischen Sprachen kann man daran ablesen, dass nahezu die Hälfte aller Wörter des heutigen Schwedisch einen mittelniederdeutschen Wortstamm haben. Auch in kulturellen Bereichen wie der Musik gab es im Spätmittelalter einen regen Austausch. Viele Lieder erzählen ähnliche Geschichten und haben eine ähnlich Melodik.
Die Idee für das Projekt "Malbrook" mit Musikerkollegen und -kolleginnen aus Norddeutschland und Schweden war geboren. Aus Schweden kommen die Musiker der Gruppe Hemållt (der Begriff ist in Bohuslän ein Synonym für Wohlfühlen und Gemütlichkeit). Deren musikalischen Einflüsse stammen aus Nord-Bohuslän, dem
angrenzenden Dalsland und Norwegen - die Grenze nach Norwegen ist nah und viele Lieder und Tänze findet man hüben wie drüben. Wilde Triolpolskor, liebliche Trippvalser, Engelskor und Rheinländer zum Beispiel. - Und aus Norddeutschland gesellen sich Skandinavien-erfahrene Musiker dazu: Kerstin Blodig an Gesang
und Gitarre (Norwegen, lebt in Berlin), Merit Zloch an der Böhmischen Hakenharfe, Ralf Gehler, der neben der deutschen Schäferpfeife auch die schwedische Säckpipa spielt, und viele andere.